Entschleunigung als Gastrophilosophie – wir leben Slow Food

Regionale Küche ist das Schlagwort der Stunde. Alle reden von heimischen Produkten und Saisonalität. Über das Wichtigste aber, die Produzenten, wird der Gast nur selten genau informiert. Im Slow Food Restaurant Stüvas sind «regional und saisonal» keine schmückenden Adjektive. Bereits über 95% aller, von Küchenchef Jan Gassen, verwendeten Zutaten stammen von Bauern und Kleinstproduzenten aus dem Engadin, Veltlin, Bergell, dem Kanton Graubünden und übrigen Schweizer Gebieten.

Im Winter geht’s an’s Eingemachte

Das Konservieren von Aromen ist für uns ein wichtiges Thema. Im Winter versinken Äcker unter Schnee und Eis, Salate, regionale Gemüse und Früchte sind nicht mehr zu haben. Um dem Konzept des konsequent Regionalen treu zu bleiben, werden im Sommer und Herbst Obst und Gemüse für den Winter eingemacht. In der kalten Jahreszeit werden heimische Birnen, Äpfel, Beeren, Feigen, alte Rüeblisorten usw. als Relish, Chutney oder Püree Fleischgerichte ergänzen oder als einmaliges Geschmackserlebnis alleiniger „Star“ auf dem Teller sein.

Nachhaltigkeit als Ziel

Slow Food fordert, dass unsere Lebensmittel geschmacklich und gesundheitlich einwandfrei sind. Und dass sie auf saubere Art hergestellt werden – also ohne Schaden an Natur und Tier anzurichten. Ausserdem müssen Lebensmittelerzeuger eine faire Entlöhnung für ihre Produkte und ihre Arbeit erhalten.

Geschichte von Slow Food

Bevor Slow Food 1993 in der Schweiz gegründet wurde, bestand bereits eine Gruppe im Tessin, die sich damals an Italien orientierte. Dort hatte der Journalist und Soziologe Carlo Petrini die Organisation 1986 ins Leben gerufen, als Gegenbewegung zur Industrialisierung des Essens. Heute zählt Slow Food weltweit gegen 100’000 Mitglieder und ist auf allen fünf Kontinenten zuhause.
Slow Food gelang es in den letzten Jahren, in den meisten Regionen der Schweiz Convivien aufzubauen – Das Hotel Chesa Rosatsch ist im Convivien „Slow Food Südbünden“ vertreten.